Ein gutes, ein besseres Jahr 2021

Diese Zeichnung von Else Lasker-Schüler war Titelbild ihrer „Hebräische Balladen“. Die Stadt auf ihrer Hand könnte das himmlische Jerusalem sein, Theben.
Diese Zeichnung von Else Lasker-Schüler war Titelbild ihrer „Hebräische Balladen“. Die Stadt auf ihrer Hand könnte das himmlische Jerusalem sein, Theben.

das wünscht ihnen mit Johann Wolfgang Goethe

 

Die Else Lasker-Schüler-Gesellschaft

 

 

 

 

 

 

Im neuen Jahre Glück und Heil,

 

Auf Weh und Wunden gute Salbe!

 

Auf groben Klotz ein grober Keil!

 

Auf einen Schelmen anderthalbe!

 

 

 

 

 

 

Möge 2021 gutes Jahr, ein maskenfreies Jahr werden, damit wir einander wieder zulächeln können.

Fünf Jahre Zentrum für verfolgte Künste

Am 8. Dezember 2020 feierte das von der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft initiierte Zentrum für verfolgte Künste in Solingen seinen 5. Geburtstag. Im Gründungsjahr 2015 wählte der Londoner Guardian das „Zentrum“ in die Liste der zehn wichtigsten Museumsneugründungen weltweit.

 

Viel beachtete Ausstellungen und Projekte in Berlin, Paris, Brüssel, Jerusalem, Krakau, Montréal oder Mexico City festigten seine internationale Reputation. Die erste umfassende Retrospektive des Malers Joachim Ringelnatz oder das Ausstellungsprojekt „Neunte Kunst - Cartooning for Peace“ waren vor Ort in Solingen Besuchermagnete. „Es sind aber nicht nur die großen Projekte“, schreibt „Zentrums“-Leiter Jürgen Kaumkötter, „sondern auch die leisen Töne, die im Zentrum für verfolgte Künste Gehör gefunden haben, wie die ergreifende Veranstaltung mit dem Musiker Roberto Blanco als Zeitzeugen oder die Wiederentdeckung des Bauhauskünstlers Jezekiel Kirszenbaum im letzten Jahr.“ 

 

Zentrum für verfolgte Künste in Solingen
Zentrum für verfolgte Künste in Solingen

 Dazu zählten auch eine Reihe von Veranstaltungen der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft in Solingen, vor allem zum 150. Geburtstag des "Prinzen Jussuf". Jetzt machen vor allem Solinger Bürgerinnen und Bürger, aber auch Unterstützer*innen aus dem Rheinland und dem Bergischen dem „Zentrum für verfolgte Künste“ mit der Gründung des Förderkreises „#Wir_erinnern_Wir_gestalten“ das schönste Geschenk. In einer Pressemitteilung des "Zentrums" heißt es:

Förderkreis „Zentrum für verfolgte Künste“ gegründet.

Sylvia Löhrmann: „Das Zentrum in der Region stärker verankern!“

 

Solingen, 4.12.2020 Am 6. November 2020 wurde Corona-bedingt im kleinen Kreis und im digitalen Format ein Verein zur Unterstützung des Zentrums für verfolgte Künste gegründet. Er trägt den Namen „Förderkreis Zentrum für verfolgte Künste, Solingen #Wir_erinnern_Wir_gestalten“. Die Gründungsmitglieder sind: Oberbürgermeister Tim Kurzbach, die langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Dorothee Daun, der Vorsitzende des Stiftungsrats Dr. Christoph Humburg, die Kölner Journalistin Barbara Löcherbach, Bürgerpreisträger Uli Preuss, Sparkassenvorstand Sebastian Greif, der Vorsitzende der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft Hajo Jahn, die Geschäftsführerin der Solinger Diakonie Ulrike Kilp, der Vorsitzende des Solinger Arbeitgeberverbandes Horst Gabriel, Direktor Jürgen Kaumkötter sowie Staatsministerin a.D. Sylvia Löhrmann. „Ziel der Vereinsgründung ist es, das Zentrum in Solingen und der Region stärker zu vernetzen und zu verankern“, begründet Sylvia Löhrmann die Initiative. „Es freut mich, dass so namhafte Persönlichkeiten bei der Vereinsgründung mit von der Partie waren. Auch Dr. Gerhard Schneider, als Sammler und Stifter wie Hajo Jahn, maßgeblicher Wegbereiter des Zentrums, sowie Autor Jürgen Serke und Dr. Gabriele Uelsberg, langjährige Vorsitzende des Stiftungsvorstands."

 

Zum Zentrum für Verfolgte Künste gelangen sie hier.

 

Else Lasker-Schülers-Biografie inspirierte die nach ihr benannte Literaturgesellschaft im Bemühen für eine zeitgemäße Erinnerungskultur - gegen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Faschismus - gemeinsam mit dem "Exil-PEN" zur Idee eines "Zentrums für verfolgte Künste": Die Bücher der jüdischen Dichterin wurden von den Nazis verbrannt und verboten, ihre Theaterstücke durften nicht aufgeführt werden, Filme, die sie plante, konnte sie bei der UFA nicht realisieren, und ihre Bilder wurden 1937 als "entartet" aus der Berliner Nationalgalerie beschlagnahmt. Einige ihrer Komponisten, die sie zur meistvertonten deutschsprachigen Dichterin machten, galten den Nationalsozialisten als "undeutsche Tonschöpfer". So ist ihr Werk und Leben die verbindende Klammer zu den verfolgten Kunstgenres und Künstlern.

Else Lasker-Schüler auf Instagram

Eine Initiative an der Universtität Bamberg

Julia Ingold, Mitglied der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Bamberg. An der Universität Kiel hat sie kürzlich ihre Dissertation über Else Lasker-Schüler eingereicht. Im Sommersemster 2020 machte Ingold die Not der virtuellen Lehre zur Tugend und ließ mit ihren Studierenden Lasker-Schüler in ihrem 75. Todesjahr auf Instagram wiederauferstehen. Sie posten weiterhin regelmäßig Informationen über Werke, Graphiken, Texte, Biographie, Veranstaltungen, Web-Angebote und Forschung. Dabei entsteht eine unterhaltsame und lehrreiche Sammlung von Versatzstücken, die Interessierten ein lebendiges Bild der Künstlerin vermitteln. 

 

Das Programm verfolgen Sie hier.

Else Lasker-Schüler-Gesellschaft feiert ihren 30. Geburtstag

Gründer Hajo Jahn mit Angela Winkler
Gründer Hajo Jahn mit Angela Winkler

Hajo Jahn gründete 1990 die Else Lasker-Schüler-Gesellschaft. Mit  1.200 Mitgliedern weltweit zählt die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft  zu den größten Literaturgesellschaften Deutschlands. Sitz der Literaturgesellschaft ist die Herzogstraße 42 in Wuppertal. In diesem Haus hat Else Lasker-Schüler mit ihrem damaligen Mann gelebt, bevor sie nach Berlin zog.

 

Ziel der Gesellschaft ist es, das literarische und künstlerische Werk der 1869 in Elberfeld geborenen, während des Nationalsozialismus verfolgten und 1945 in Israel gestorbenen Dichterin zu pflegen und als wichtigen Beitrag zur deutsch-jüdischen Kultur lebendig zu erhalten. Die Gesellschaft unterstützt Forschungen zu Else Lasker-Schüler wie etwa die Herausgabe der kritischen Gesamtausgabe im Jüdischen Verlag im Suhrkamp Verlag, die sie ebenso mitinitiiert hat wie die Etablierung eines Lehrstuhls zu Erforschung des literarischen Werks an der Bergischen Universität. In den vergangenen fünf Jahren unterstützte die Literaturgesellschaft insbesondere die Forschung von Dr. Karl Bellenberg zur Musikalität im Werk von Else Lasker-Schüler. 

 

Neben der Pflege des literarischen und künstlerischen Erbes sowie der Unterstützung der wissenschaftlichen Erforschung des Gesamtwerks Else Lasker-Schülers versteht sich die nach der Elberfelder Dichterin benannte Gesellschaft als gesellschaftlich engagierte und zeitkritische Literaturvereinigung. Ziel ist, im Sinne eines zivilgesellschaftlichen und bürgerschaftlichen Engagements, an einer zeitgemäßen Erinnerungskultur mitzuwirken. Für uns steht das Schicksal Else Lasker-Schülers stellvertretend für alle in der NS-Zeit und heute aus rassistischen, politischen, religiösen und weltanschaulichen verfolgten Menschen. Vorbild ist der Appell Immanuel Kants „Sapere aude – Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen."

 

Else Lasker-Schüler-Gesellschaft wird 30: ein Videogruß

Wegen der Corona-Pandemie musste die eigentlich vorgesehene Feier am 21. November 2020 im Zentrum für verfolgte Künste in Solingen abgesagt werden. In dem folgenden Video sehen Sie eine Grußbotschaft des Vorsitzenden der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft Hajo Jahn und "ein Geburtstagsständchen" im Meistermann-Saal des Zentrums für verfolgte Künste: "Vier ernste Gesänge" - Vertonungen von Gedichten Else Lasker-Schülers.

 

Am Piano: Komponist Stephen Harrap

Gesang: Esther Borghorst

Anmoderation: Hajo Jahn