„Der Antisemitismus ist das Merkzeichen einer zurückgebliebenen Kultur.“

Else Lasker-Schüler: Durch die Wüste Sinai
Else Lasker-Schüler: Durch die Wüste Sinai

"Der Antisemitismus ist das Merkreichen einer zurückgebliebenen Kultur". Dieses Zitat ist von Friedrich Engels. Er stammt wie Else Lasker-Schüler aus Wuppertal. Die jüdische Malerpoetin ist auf der Flucht aus Nazideutschland in Palästina gelandet – und wusste, dass es dort zwei Völker gibt, deren Konflikte sich nicht mit Gewalt lösen lassen.

 

Schon in der Weimarer Republik hatte sich die Dichterin für eine Versöhnung von Christen, Juden und Muslimen eingesetzt.

 

Und von Jerusalem aus hat sie den Freunden in Deutschland die Versöhnungshand ausgestreckt. Denn ewig gültig und überall, also auch in Israel und in Ghaza, ist ihr Satz:

 

„Hass schachtelt ein, wie hoch die Flamme auch mag schlagen!“

 

Wir fügen hinzu: Im Land von Else Lasker-Schüler und Friedrich Engels darf Judenhass nicht geduldet werden.

 

 

                                                               Else Lasker-Schüler-Gesellschaft e. V., Wupperta

Armin Laschet ist Schirmherr des Else Lasker-Schüler-Forums in Sanary-sur-Mer

Sanary sur Mer: In den Jahren nach der nationalsozialistischen Machtübernahme in Deutschland hielten sich in der kleinen Stadt am Mittelmeer viele deutsche Emigranten auf.  Man nannte Sanary auch die Welthauptstadt der deutschen Literatur.
Sanary sur Mer: In den Jahren nach der nationalsozialistischen Machtübernahme in Deutschland hielten sich in der kleinen Stadt am Mittelmeer viele deutsche Emigranten auf. Man nannte Sanary auch die Welthauptstadt der deutschen Literatur.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet ist nicht nur neuer Bundesvorsitzender der CDU, sondern auch „Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit“. In dieser Eigenschaft hat er soeben die Schirmherrschaft des XXIII. Else Lasker-Schüler-Forums übernommen, das vom 2. - 10. Oktober öffentlich und zweisprachig im französischen Sanary-sur-Mer unter dem Titel „Das flüchtige Paradies“ stattfinden soll.

 

Neben Künstlern und Referenten aus Frankreich nehmen aus Wuppertal u.a. die Schauspieler Hans Richter und Bernd Kuschmann, die ehemalige Pina Bausch-Tänzerin Chrystel Guillebaud, der Musiker Wolfgang Schmidtke sowie die Autoren Gerold Theobalt und Heiner Bontrup mit neuen Bühnenstücke an dem Forum teil. Ihre Teilnahme zugesagt haben u.a. auch Angela Winkler, Iris Berben, der Ex-Berlinale-Chef Dieter Kosslick sowie die Autorinnen Cecile Waijsbrot und Anne Weber, die 2020 den Deutschen Buchpreis für ein Epos über eine französische Widerstandskämpferin erhalten hat.

 

Sanary an der Cote d’Azur war „die heimliche Hauptstadt der deutschen Exilliteratur“, u.a. mit Thomas und Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger und Walter Hasenclever. Nach der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht flüchteten viele der Emigranten vom nahen Marseille in die USA, während sich Else Lasker-Schüler nach Palästina einschiffte. Ihre Zeichnungen aus dem Besitz der veranstaltenden ELS-Gesellschaft sollen erstmals in Frankreich ausgestellt werden zusammen mit Bildern aus dem „Zentrum für verfolgte Künste“, Solingen, kuratiert von Birte Fritsch – Bilder von Künstlern, die in Frankreich interniert waren, weil man Deutschen damals misstraute. Auch das gehört zur gemeinsamen Geschichte beider Länder.

 

Deshalb sind die Universität und das Goethe-Institut Marseille mit dem Centre Franco-Allemand de Provence gemeinsam mit der Kommune Sanary-sur-Mer Kooperationspartner der Wuppertaler Else Lasker-Schüler-Gesellschaft. Das Forum wird gefördert von der Stadtsparkasse und der Stadt Wuppertal, von der Bezirksregierung Düsseldorf und der AG Literarischer Verbände, Berlin, sowie unterstützt von Veit Feger, Ex-Zeitungsverleger aus Ehingen an der Donau.

Sollte die Corona-Pandemie andauern, wird das Else-Lasker-Schüler-Forum ins Jahr 2022 verlegt. 

Das flüchtige Paradies

Das Programm des XXIII. Else Lasker-Schüler-Forums

Theater, Lesungen, Konzerte, Vorträge und Podiumsdiskussionen: Das XXIII. Else Lasker-Schüler-Forum begibt sich auf die Spuren der Literaten und Kulturschaffenden, die nach der Machtergreifung Hitlers in der Idylle eines südfranzösischen Fischerstädtchens Zuflucht suchten und fanden. Zeitweise wurde das "Exil unter Palmen"  zur Welthauptstadt der deutschen Literatur: Die Manns, Lion Feuchtwanger, Brecht und Weill weilten hier. Das Programm des hochkarätig besetzten Forums finden Sie ebenso wie Kontaktdaten zur Anmeldung hier.

Else Lasker-Schüler auf Instagram

Eine Initiative an der Universtität Bamberg

Julia Ingold, Mitglied der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Bamberg. An der Universität Kiel hat sie kürzlich ihre Dissertation über Else Lasker-Schüler eingereicht. Im Sommersemster 2020 machte Ingold die Not der virtuellen Lehre zur Tugend und ließ mit ihren Studierenden Lasker-Schüler in ihrem 75. Todesjahr auf Instagram wiederauferstehen. Sie posten weiterhin regelmäßig Informationen über Werke, Graphiken, Texte, Biographie, Veranstaltungen, Web-Angebote und Forschung. Dabei entsteht eine unterhaltsame und lehrreiche Sammlung von Versatzstücken, die Interessierten ein lebendiges Bild der Künstlerin vermitteln. 

 

Das Programm verfolgen Sie hier.